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Aktuelles

70 Jahre Werner Schmid GmbH

Familienunternehmen in dritter Generation

Ein Interview von Wirtschaft Region Fulda (WRF)

Fulda. Die Werner Schmid GmbH bietet seit sieben Jahrzehnten innovative Lösungen bei der Herstellung von Präzisionsbauteilen aus Metall oder Kunststoff. WRF sprach mit den Geschäftsführern Matthias und Joachim Hauß.

Herr Hauß, wie hat alles angefangen?

Matthias Hauß: Nach Ende des Krieges verschlug es unseren Großvater 1945 nach Fulda. Wie vielen anderen mangelte es ihm an den Dingen des täglichen Lebens, auch Geld oder wenigstens gute Beziehungen hatte er nicht. Trotzdem entschloss er sich zur Gründung eines metallverarbeitenden Unternehmens und begann schon im Mai 1946 mit der Instandsetzung zerstörter Wohnungen. Im Oktober 1946 nahmen wir die erste Maschine in Betrieb, die Möbelbeschläge, Rahmenteile, Tür- und Fensterbeschläge oder Aschenbecher aus Metall fertigte. Das Material dafür wurde auf Schrottplätzen zusammengesucht. Zu dieser Zeit produzierten wir auch Kochtöpfe aus alten Stahlhelmen der Soldaten.

1950 ca - Erster Betrieb 05

Was waren wichtige Ereignisse in Ihrer Unternehmensgeschichte?

Joachim Hauß: Mit dem Umzug in die ersten eigenen Räumlichkeiten entwickelte sich unser Betrieb 1953 zum Stanzwerk und begann mit dem Aufbau des Bereichs Werkzeugbau. In einem logistischen Kraftakt übersiedelte der gesamte Betrieb nur zehn Jahre später zwischen Weihnachten und Neujahr in den heutigen Standort in der Weichselstraße. Auf Wunsch eines wichtigen Kunden starteten wir in den 1970er Jahren mit dem Aufbau der Sparte Kunststofffertigung. Aufgrund der seltenen Kombination von Metall- und Kunststofffertigung spezialisierten wir uns auf Metall-Kunststoff-Hybridverbindungen, die bis heute ein wichtiger Bestandteil unseres Portfolios sind. Heute wird das Familienunternehmen in der dritten Generation geführt. Unsere Mutter Monika Hauß-Schmid übernahm das Unternehmen von unserem Großvater Werner Schmid. Im vergangenen Jahr wechselte sie in den Ruhestand und übergab uns die Führung des Unternehmens.

Was planen Sie für die Zukunft?

Matthias Hauß: Die Werner Schmid GmbH hat sich erfolgreich als Anbieter für komplexe Präzisionsbauteile aus Metall und Kunststoff etabliert. Diese Kompetenzen wollen wir weiter ausbauen. Dafür investieren wir auch künftig in die technische und organisatorische Weiterentwicklung aller Unternehmensbereiche. Nicht nur die Anschaffung moderner Anlagen, sondern auch Forschungskooperationen mit Universitäten sollen einen technologischen Fortschritt ermöglichen.